Das Schlafbedürfnis von Hunden

Ruhender Hund
Ruhender Hund

Hunde haben ein hohes Ruhebedürfnis. Oft wird das von uns Menschen unterschätzt. Erwachsene Hunde dürfen 17 bis 20 Stunden am Tag ruhend verbringen. Hiermit ist nicht zwangsläufig Tiefschlaf gemeint, sondern auch einfach nur entspanntes Herumliegen und Dösen.

Schlafmangel ist gesundheitsschädlich

Untersuchungen haben herausgefunden, dass Hunde, die im Alltag nicht ausreichend Ruhe finden, krank oder verhaltensgestört werden können. Einige Rassen z.B. die Retriever (Golden Retriever, Labrador Retriever, um die zwei beliebtesten Rassen der Retriever zu nennen) neigen hier eher dazu, chronisch krank zu werden, die kleinen unermüdlichen Terrier z.B. reagieren eher mit aggressivem Verhalten auf dauerhaften Stress in Folge von Schlafmangel.

Ruhe als Ausgleich im stressigen Alltag

Hierbei hilft es, sich zu vergegenwärtigen, dass viele Hunderassen, gerade solche, die für die Arbeit mit und für den Menschen gezüchtet wurden, auch dahingehend selektiert wurden, sich ihre Müdigkeit nicht anmerken zu lassen. Ein Border Collie muss weiter an der Herde arbeiten, auch wenn er gerade lieber ein Mittagsschläfchen halten würde. Ein Terrier, der unverrichteter Dinge wieder aus dem Bau hervorgekrabbelt kommt, weil er grad lieber schlafen mag wäre in früheren Zeiten sicher nicht weiter mit durchgefüttert worden.

Im Gegensatz zu damals arbeiten heute viele Hunde zwar nicht mehr in ihren ursprünglichen Jobs, müssen sich aber anderen Herausforderungen stellen: Ein Alltag in der Großstadt z.B. mit viel Verkehr, hoher Hundedichte und hohen Anforderungen ans Benehmen des Hundes, mit viel Bespaßungsprogramm (Montags Dummy, Dienstags Begleithundegruppe, Mittwochs Hundewiese, Donnerstags Mantrailing, Freitags mit in den Biergarten und am Wochenende ein schöner Ausflug mit langer Wanderung) damit es auch ja nicht langweilig wird.

Über- vs. Unterforderung

Viele Hunde scheinen dann auch gar nicht so erpicht aufs Ruhehalten: Kaum bewegt Herrchen sich auch nur einen Millimeter, steht Bello schon kerzengerade, bereit für neue Abenteuer. Abends gibt’s dann die berühmten „wilden 5 Minuten“ und die wohlmeinenden Menschen fragen sich besorgt, ob der Hund heute wohl bei so viel überschüssiger Energie nicht genug ausgelastet wurde – dabei war man doch schon 3 Stunden Gassi und gerade noch 10 km mit dem Fahrrad unterwegs.

Fakt ist: Hunde brauchen Bewegung, sollen sich auspowern dürfen und eine Aufgabe, einen Job haben. Mindestens genau so wichtig ist es aber, ihrem Ruhebedürfnis Rechnung zu tragen. Viele Hunde müssen erst lernen ihrem Ruhebedürfnis nachzugeben und Pausen zu machen, müssen ggf. vom Menschen dazu angehalten werden, sich runterzufahren und Ruhezeiten einzuhalten.

Für den Menschen ist es manchmal nur schwer zu erkennen, dass die vermeintliche Langeweile und Unterforderung beim Hund im Grunde das genaue Gegenteil bedeutet.

20 Stunden am Tag ruhen?!

Klar ist auch, dass Hunde und ihre Ruhebedürfnisse individuell unterschiedlich sind – abhängig von Charakter, Rasse, Alter, Gesundheitszustand und den Lebensumständen.

Als grobe Einschätzung kann man sagen: Gesunde, erwachsene Hunde haben ein Ruhebedürfnis von 16 bis 20 Stunden am Tag.  Alte und junge Tiere können deutlich mehr – bis zu 22 Stunden täglich – mit Ruhen verbringen.

Ruhen heißt nicht zwangsläufig, dass der Hund sich in dieser Zeit im Tiefschlaf befindet – aber es sollte ein entspannter Zustand sein, der z.B. nicht davon geprägt ist, dass der Hund ständig darauf wartet, ob sein Mensch sich bewegt und womöglich Action angesagt ist.

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